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        Arif´s Geschichte !
                    Teil I

Der Einzug!

Arif kam im Juli 1994 zu uns. Wir kauften ihn aus Unwissenheit bei einem Händler in Kreuzberg (üble Gegend). Der hatte mindestens 6 verschiedene Rassen da. Gehalten wurden sie in einer Hinterhofwohnung. Er war damals gerade 12 Wochen alt, hatte es aber schon faustdick hinter den Ohren! Gekauft haben wir ihn für 650,- DM und er sollte laut dem Händler ein Cocker-Deutsch- Langhaar Mischling sein und nur die Größe von einem Cocker erreichen. Lustig war, daß er sofort den Garten erkundete und im vollen Lauf gegen der Zaun aus Maschendraht lief. Ja, ich hab ihn auch etwas aus Mitleid gekauft, heute weiß ich natürlich, daß man das nicht tun sollte. Wir wollten keine bestimmte Rasse, wir wollten einfach nur einen treuen Freund.

Krankheiten

Gleich in der ersten Nacht mußte er sich übergeben und am nächsten Morgen hatte er Fieber. Wir riefen den Händler an und der schickte uns zu seinem Tierarzt, auch in Kreuzberg, der hat ihn laut Impfpass auch geimpft, außerdem soll er Amtstierarzt gewesen sein. Dieser Arzt nahm Arif gleich Blut ab, gab ihm jede Menge Spritzen, aber auf meine Frage, was er denn hätte wich er gekonnt aus. Am nächsten Tag sollten wir wieder kommen, was wir auch taten. Wieder bekam ich keine vernünftige Antwort auf die Frage, was ihm denn fehlt. Bezahlt hat das übrigens der Händler. Noch am selben Abend ging es Arif immer schlechter, bis er schließlich aufstehen wollte und gleich wieder umfiel. Wir schnappten uns den kleinen Hund und ab zu der Tierärztin, bei der wir auch mit unserer Dackelhündin, den Vögeln und Hamstern waren. Um es kurz zu machen, Arif hatte Zwingerhusten, Milben, eine Darminfektion und war in einen sehr schlechten Allgemeinzustand. Mit viel Mühe und Zeit meiner Tierärztin, sie war sozusagen rund um die Uhr für ihn da, und natürlich auch einem enormen Kostenpunkt wurde Arif wieder “gesund”. Wenn man das so sagen will. Er ist bedingt durch die Milben aber für seine Rasse sehr klein geblieben und hat eine Immunschwäche zurückbehalten. Diese äußerte sich dadurch, daß er manches Futter gleich wieder ausbrach oder Durchfall bekam. Auch kratzte er sich so schlimm, daß er richtig offene Stellen meist am Fang hatte. Selbst Kortison brachte nicht die erwünschte Wirkung. Dann bekam er von uns Hokamix (ein Pulver aus ganz vielen getrockneten Kräutern) und wir stellten sein Futter auf frisches rohes Fleisch um. Seitdem haben wir keine Probleme mehr mit Ekzemen. Er kratzt sich zwar immer noch mehr als andere Hunde, aber damit kann er leben.

Desweiteren hat ihn als er ca. 1 Jahr alt war ein Wildschwein sehr schwer verletzt. Die eine Seite war tief aufgerissen und das Schwein hat ihn unter dem Bauch erwischt. Dort war ein tiefes Loch, da sich das alles an einem Ostersonntag abspielte mußten wir zu einem Nottierarzt gehen. Genäht mußte es nicht werden, aber Arif geröntgt werden, da sich die Stelle sehr nah an den Harn- und Samensträngen befand. Aber er hatte Glück im Unglück, alles ist heil geblieben.

Jagdausflüge

Den ersten “Wildkontakt” hatte er schon im Alter von ca. 1 Jahr. Wir waren im Auslaufgebiet, daß sich mitten im Wald befindet. Dort gab es mehrere kleine Tannenschonungen, von denen auch gesagt wurde, daß dort die Wildschweine drin sein sollten, nur wir glaubten das vielleicht nicht, genau kann ich das heute auch nicht mehr sagen. Jedenfalls kam eines Tages das, was ja unweigerlich passieren mußte: Arif bekam Witterung von den Schweinen und schon war er auf und davon. Wir standen nun vor der Schonung und hörten abwechselnd Arif´s Hetzlaut und das Grunzen der Schweine. Mein Mann tat dann etwas sehr gefährliches, er kroch in die Schonung und passte einen Moment ab, in dem Arif gerade vorbeikam und zog ihn heraus. Er sagte, daß Arif hinter mehreren Schweinen her war, das hätte schon in´s Auge gehen können, doch Arif blieb unverletzt.

Der zweite Ausflug dieser Art ging leider nicht so glimpflich aus: es war Ostersonntag und wir waren wieder in dem Auslaufgebiet. Seit dem Zwischenfall machten wir immer einen großen Bogen um die Schonung, da diese sich jedoch so ziemlich in der Mitte des Gebietes befand mußte man, egal wo man lang ging doch immer an einer Stelle recht nah dran vorbei. Arif spurtete los, und wenn ein Jagdhund erstmal Witterung hat, na dann ist er nicht mehr zu halten. Er lief geradewegs auf die besagte Schonung zu und als wir endlich dort waren hörten wir schon die bekannten Geräusche. Plötzlich jaulte Arif laut auf und kam wie von der Tarantel gestochen auf uns zugerannt. Wir schnappten ihn am Halsband und machten uns auf zum Auto. Dort untersuchten wir ihn und sahen an seiner einen Seite eine nicht tiefe Schramme, weiter konnten wir nichts entdecken. Erst zu hause auf dem Linoleum in der Küche sahen wir, daß er blutete. Bei genauerer Begutachtung stellten wir fest, daß ihn ein Wildschwein “hochgenommen” haben mußte. Er hatte ein doch sehr großes Loch im unteren Bereich seines Bauches. Wir also zum Nottierarzt, weil ja Feiertag war. Es konnte nicht mehr genäht werden, da es schon zu lang her war, als wir endlich dran kamen. Er hatte großes Glück im Unglück, nur ein paar Zentimeter weiter verlaufen die Samen- und Harnstränge, doch sie blieben unverletzt!

Der dritte Ausflug ereignete sich im Frühjahr auf einen Feld im ehemaligen Grenzstreifen der DDR. Freies Feld, soweit das Auge reichte, kein Wild weit und breit war zu sehen. Auch war das Gebiet sehr überschaubar, nur in der Mitte des Feldes ragten einige Halme empor. Da wir nun nicht mehr in das Auslaufgebiet gingen und ihm aber trotzdem doch Freilauf zukommen lassen wollten, waren wir schon öfters auf diesem Feld gewesen und noch nie hatten wir dort irgendein Wildtier gesehen.

Uns kamen gleich am Rand des Feldes noch Spaziergänger entgegen, die als wir vorbei waren sagten: Das ist aber leichtsinnig, hier einen Jagdhund frei laufen zu lassen, wo es hier so viel Wildschweine gibt. Wir schauten uns an und dachten wohl: So ein Blödsinn, wo sollen denn hier Wildschweine sein und gingen unseren gewohnten Weg. Es war Ende Februar und mit Frischlingen rechneten wir um diese Jahreszeit natürlich noch nicht. Wir wurden eines Besseren belehrt: Wieder startete Arif durch, ohne daß wir auch nur etwas gesehen oder gehört hätten. Wir liefen hinterher und plötzlich stand ein riesiger Keiler auf, der genau in der Mitte des Feldes lag, da wo die paar Halme waren. Dann ging’s los, Arif jagte den Keiler, dann drehte sich der Keiler blitzschnell um und war hinter Arif her . Dieses Spiel ging bestimmt 15 Minuten so und dann waren Beide im weit entfernten Waldstück verschwunden. Rufen nützte überhaupt nichts, nur unsere Stimmen waren danach heiser um nicht zu sagen, daß wir uns die Seele aus dem Leib gebrüllt haben. Wir gingen also langsam in die Richtung des Waldstücks, um Arif nicht ganz aus den Augen zu verlieren, als plötzlich ca. 50 Meter vor uns die Bache aufstand und wütend grunzte und was glaubst Du, hatte sie bei sich? IHRE FRISCHLINGE! Um diese Jahreszeit. Mein erster Reflex war umdrehen und wegrennen, doch mein Mann packte mich, beruhigte mich und wir gingen ganz langsam rückwärts. So beruhigte sich die Bache auch wieder und wir blieben verschont. Das hätte ins Auge gehen können, hier gab es weit und breit nichts um Schutz zu suchen, eben nur freies Feld. Da standen wir nun, ich am Rande eines Nervenzusammenbruches und warteten auf Arif. Wir wußten ja, daß Jagdhunde auf ihrer eigenen Spur zurückfinden sollen, doch in dieser Situation wollte ich nicht so recht daran glauben. Auch machten wir uns Sorgen, daß der Keiler Arif vielleicht verletzen oder sogar töten könnte. Es dauerte noch mal 10 Minuten, bis wir Arif aus dem Waldstück rennen sahen, ohne Keiler im Schlepptau! Er rannte nun aber genau auf die Bache zu und diese stand abermals auf. Ich glaube ich habe noch nie in meinem Leben so laut gebrüllt. Auf jeden Fall stoppte Arif recht verdutzt und kam dann zu uns gerannt, glücklich und unverletzt, nur etwas außer Atem. Ich schmiß mich richtig auf ihn drauf, packte ihn und ließ ihn nicht mehr los, die Tränen die ich geweint hatte, als er im Wald verschwand waren nichts gegen das, was jetzt kam. Ich zitterte, konnte nichts mehr sagen und war den ganzen Tag wie unter Schock. Das war uns eine Lehre, nie wieder würden wir Arif ohne Leine laufen lassen, wo auch nur vereinzelt mit Wild gerechnet werden muß! Aber manchmal wird man erst klug, wenn man den Schaden hat.

Desweiteren war er einmal, allerdings schon früher im Wald beim Pilzesuchen hinter einem Hasen her, kam aber auch dort auf seiner eigenen Spur zurück und einmal in Schweden, auch hinter einem Hasen her. Wir haben dort nur kurz abends die Tür nicht richtig zugemacht, und schon hatte er einen Hasen gesichtet. Er kam aber innerhalb von einer Minute wieder zurück, der Hase kannte sich wohl besser dort aus als Arif.

... weiter zu Teil 2

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